Am vergangenen Pfingstwochenende trafen sich über 400 JUler aus ganz Hessen im Bad Homburger Kurhaus um gemeinsam mit prominenten Gästen zu diskutieren, einen neuen Landesvorstand zu wählen und zahlreiche Anträge zur inhaltlichen Grundausrichtung des Verbandes zu verabschieden.

Schon am Freitagabend wurde das Landestagswochenende eröffnet, als sich die hessischen Kreisvorsitzenden mit dem Landesvorstand und ehemaligen Funktionsträgern der JU Hessen im Alt Orschel in Oberursel zum "Ehemaligenabend" trafen.

Dr. Stefan Heck MdB eröffnete die Tagung im prachtvollen großen Saal des Bad Homburger Kurhauses und nutzte die erste Gelegenheit, um die Anwesenden Delegierten und Gäste auf den anstehenden Wahlkampf einzustimmen. Dem folgten einige Grußworte von ehemaligen JUlern, die inzwischen ihren Platz in der Kommunalpolitik im Hochtaunuskreis gefunden haben, unter anderem der Bad Homburger Oberbürgermeister Alexander Hetjes und der CDU-Kreisvorsitzende Jürgen Banzer MdL. Auch der Bad Homburger CDU-Vorsitzende, Thorsten Bartsch, Landrat Ulrich Krebs und der Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis 176, Markus Koob MdB ließen es sich nicht nehmen, bei der Jungen Union vorbeizuschauen und den Elan und Tatendrang der jungen Politiker zu bewundern. Dem folgte ein Grußwort des JU-Kreisvorsitzenden Sebastian Sommer (Wehrheim), der sich freute, so viele JUler in seinem Heimatkreis begrüßen zu dürfen und sich schon zu Beginn bei den zahlreichen Helfern aus dem ganzen Kreisgebiet bedankte, die die Ausrichtung dieser großen Veranstaltung erst ermöglicht hatten. Es folgten Berichte des Landesvorstandes über seine Arbeit in den letzten zwei Jahren. Den Bericht des Landesvorsitzenden nutzte Dr. Stefan Heck, um die Sozialdemokraten für ihre unverantwortliche Türkeipolitik zu kritisieren. Es könne nicht sein, dass Pro-Erdogan-Demonstranten mit Doppelpass ihren deutschen Ausweis hochhalten, um sich auf die Versammlungsfreiheit zu berufen, die sie gleichzeitig im Dienste des türkischen Despoten bekämpfen würden. Nach der Wiederwahl von Dr. Stefan Heck zum Vorsitzenden hatten die Delegierten Gelegenheit, die drei Stellvertreterposten neu zu besetzen. Sehr erfolgreich und mit großartigem Ergebnis bewarb sich auch Sebastian Sommer auf einen der drei Posten. Er wird künftig mit Dr. Stefan Heck, Martin-Benedikt Schäfer (Frankfurt) und Andreas Börner (Rotenburg an der Fulda) sowie Torben Klose (Wiesbaden) als Landesschatzmeister die Geschicke des Landesverbandes leiten.

Nach der Wahl begrüßten die Anwesenden den Bundesvorsitzenden der Jungen Union, Paul Ziemiak. Dieser berichtete aus der Bundespolitik und hielt ein flammendes Plädoyer für eine deutsche Leitkultur. Wer für eine Leitkultur sei, sei auch für eine erfolgreiche Integration.

Nach Rede und Diskussion mit Paul Ziemiak begannen die Delegierten mit der Beratung eines Grundsatzantrages zu aktuellem Stand und Perspektive der transatlantischen Entwicklung. Die JU spricht sich dafür aus, die transatlantischen Beziehungen gerade wegen und trotz der Präsidentschaft von Donald Trump auszubauen. Die transatlantische Partnerschaft müsse auch in Zukunft Stützpfeiler deutscher Außenpolitik sein.

Dann ging der Landestag zum ersten Teil der Antragsberatung über. Insgesamt 207 Anträge zur inhaltlichen Ausrichtung des Landesverbandes aus allen Politikfeldern standen zur Debatte. Die JU Hochtaunus hatte sich schon im Vorfeld nicht nur mit ihren Anträgen zur Aufwertung des Abiturs, der besseren Aufklärung über die deutsche Geschichte mit Blick auf das dritte Reich und die DDR, und den verkehrspolitischen Forderungen nach besseren Bremsanlagen für Güterzüge und den Ausbau von Radwegen neben Landstraßen positioniert. Außenpolitisch wurde auf Anstoß der Hochtaunus-Delegierten auch über langfristige Lösungen in der Flüchtlingsfrage und über Deutschlands Rolle in der NATO debattiert. Finanz- und wirtschaftspolitische Expertise stellte der Kreisverband mit seinen Anträgen zu gegen rückwirkende Steuererhöhungen und für eine Beitragssenkung der Arbeitslosenversicherung unter Beweis.

Nachdem rund ein Drittel der Anträge beraten war, die ausscheidenden Landesvorstandsmitglieder gebührend verabschiedet wurden und auch der Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz MdL noch zu den Delegierten gesprochen hatte, wurde die Tagung für den Rest des Tages unterbrochen und der ausrichtende Verband lud zum Gottesdienst in die St. Marien-Kirche in Bad Homburg.

Danach stand eine Landestags-Party im 90er-Motto auf dem Programm, die die zahlreichen Delegierten und Gäste in den Bad Homburger Güterbahnhof strömen ließ. Bei bester Partyatmosphäre und reichlich hessischer Brau- und Keltereikunst feierten die Anwesenden ihr jährliches Treffen bis in die frühen Morgenstunden.

Doch schon um 9 Uhr wurde die Tagung mit der Beratung der übrigen Anträge fortgesetzt. Auch andere Kreisverbände brachten wegweisende Anträge zu wichtigen Themen ein. So beschloss die Junge Union beispielsweise, auf die Abschaffung von "Coffee To Go"-Bechern hinzuwirken, und das Einwegpfandsystem zu reformieren um die Umwelt zu schützen. Auch sicherheitspolitisch setzte der Landestag Akzente. Die Einstellungsoffensive bei der hessischen Polizei soll aufrechterhalten werden, zudem sollen Schwarzarbeit und Scheinbeschäftigung besser bekämpft werden.

Ein letztes Mal unterbrochen wurde die Antragsberatung durch die Ankunft des hessischen Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Volker Bouffier MdL. In einer Rede zur Lage der Nation, die nicht nur hessische, sondern auch bundespolitische und außenpolitische Akzente setzte, bereicherte er die vorgehenden Debatten der Anwesenden mit seinen ganz eigenen Sichtweisen und Empfehlungen. Die Junge Union nahm er dabei als der Anwalt der Zukunft und der jungen Generation in die Pflicht und ließ durchblicken, unter welchen schwierigen Umständen er sich eine schwarzgrüne Koalition im Bund vorstellen könnte.

Nach Rede und Diskussion mit Volker Bouffier widmeten sich die Anwesenden den letzten Anträgen. Im Anschluss schloss Dr. Stefan Heck die Tagung und bedankte sich noch einmal beim ausrichten Kreisverband. Der Landestag sei hervorragend organisiert gewesen. Ein Lob, welchem JU-Kreisvorsitzender und stellvertretender Landesvorsitzender Sebastian Sommer sich nur anschließen kann. „Ohne so ein großartiges Team hätten wir diese Veranstaltung nicht in so kurzer Zeit so gut planen und durchführen können" erklärt er freudig. Darauf können die über 60 Helfer aus dem Hochtaunus mächtig stolz sein – und nun guten Gewissens den Landestag im nächsten Jahr genießen, den ein anderer Kreisverband ausrichten wird.

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